{"id":1462,"date":"2025-01-03T15:29:54","date_gmt":"2025-01-03T15:29:54","guid":{"rendered":"https:\/\/holger-montag.de\/?p=1462"},"modified":"2025-01-03T15:30:34","modified_gmt":"2025-01-03T15:30:34","slug":"ppr-2-0-definitely-maybe-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/holger-montag.de\/?p=1462","title":{"rendered":"PPR 2.0 &#8211; Definitely maybe (Teil 3)"},"content":{"rendered":"<h2>F\u00f6rdert die PPR 2.0 Doppelb\u00fcrokratie?<\/h2>\n<p>Lediglich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) als dritter Initiator der PPR 2.0 sieht in dem Vorsto\u00df Bayerns, dem sich Hamburg und andere Bundesl\u00e4nder anschlossen, keine \u201eKraftprobe zwischen Bund und L\u00e4ndern\u201c, so Prof. Henriette Neumeyer, stellvertretende DKG-Vorstandsvorsitzende. Dennoch bedauere auch die DKG die Entscheidung, sei die Einf\u00fchrung der PPR 2.0 doch l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Neumeyer r\u00e4umte aber ein, dass in der der PPR 2.0 zugrunde liegenden Pflegepersonalbemessungsverordnung (PPBV) in der Tat \u201ekein Ansatz in Richtung eines Ausstieges aus der PpUGV gezeigt wurde und somit Doppelb\u00fcrokratie auf unbestimmte Zeit die Folge w\u00e4re\u201c. Insofern m\u00fcsse man die Bef\u00fcrchtung der Bundesl\u00e4nder ernst nehmen, die Arbeitszeit der ohnehin knappen Pflegekr\u00e4fte mit doppelten Meldepflichten zu vergeuden.<\/p>\n<h2>Fakten und Fragen<\/h2>\n<p>Die PPR 2.0 wird von den Akteuren im Gesundheitswesen als Alternative zur PpUGV klar favorisiert, vor allem deshalb, weil sie sich an den Bed\u00fcrfnissen der Patienten, deren Pflegegrad und der tats\u00e4chlichen Anzahl der Patienten orientiert.<\/p>\n<p>Sie bietet damit eine zeitgem\u00e4\u00dfe und exaktere Bemessungsgrundlage, auch wenn Nachbesserungen vonn\u00f6ten und derzeit offenbar noch viele Fragen offen sind.<\/p>\n<p>Ein entscheidender Faktor der nun anstehenden \u00dcberzeugungsarbeit wird die \u201eNicht-Erh\u00f6hung\u201c oder gar Verringerung der B\u00fcrokratie sein. Schlie\u00dflich m\u00f6chte keiner der Beteiligten dauerhaft parallel PPR 2.0- plus PpUGV-Vorgaben erf\u00fcllen m\u00fcssen.<\/p>\n<h2>Verringerung der B\u00fcrokratie? Das geht m\u00f6glicherweise!<\/h2>\n<p>In der Praxis habe sich gezeigt, so der Deutsche Pflegerat (DPR), dass der b\u00fcrokratische Aufwand der PPR 2.0 minimal sei. Liegt hier schlicht ein Verst\u00e4ndnis- und Kommunikationsproblem vor?<\/p>\n<p>Nein, das ist kein Weg, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Anreize und Selbstbestimmung bringen immer noch am meisten.<\/p>\n<p>Fest steht: Ja, (Fachkr\u00e4fte)mangelnde Wertsch\u00e4tzung und viele andere Faktoren haben \u2013 \u00fcbrigens \u00fcber viele Jahre hinweg \u2013 zu dramatischen Personall\u00fccken in der Pflege gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Sie zu schlie\u00dfen, &#8211; etwa durch die Schaffung von Anreizen, aber auch durch Entlastungen, Selbstbestimmtheit und die Ber\u00fccksichtigung der pers\u00f6nlichen Lebenssituation der Mitarbeiter -, z\u00e4hlt zu den vordringlichsten Aufgaben, um neue Pflegekr\u00e4fte gewinnen und ehemalige zur R\u00fcckkehr in den Pflegeberuf bewegen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Leider belie\u00df es der Freistaat Bayern bei seinem Nein zur PPR 2.0. L\u00f6sungsans\u00e4tze zur Gewinnung neuer Pflegekr\u00e4fte oder die Pr\u00e4sentation einer Alternative zur Personalbemessung blieb er hingegen schuldig.<\/p>\n<p>Mehr Selbstbestimmung f\u00fcr Pflegekr\u00e4fte bei Planungsprozessen<\/p>\n<p>Viele Pflegekr\u00e4fte w\u00fcnschen sich beispielsweise mehr Mitbestimmungsm\u00f6glichkeiten und weniger Fremdbestimmtheit bei der Dienstplanung. Einen ersten gro\u00dfen Schritt hin zu mehr Selbstplanung k\u00f6nnte eine verbesserte Abwesenheitsplanung bedeuten. Dabei wird Mitarbeitern die Abstimmung von Urlauben, Fortbildungen etc. direkt untereinander erm\u00f6glicht. War diese erfolgreich, wird ein Antrag gestellt, den der Dienstplaner im Idealfall nur noch genehmigt. So gewinnt er wertvolle Zeit, erspart sich anstrengende Diskussionen und unbefriedigende Entscheidungen &#8211; und schont ganz nebenbei seine Nerven.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Jede Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist willkommen. Ob die PPR 2.0 diesem Anspruch gerecht wird, kann sie vermutlich nur in der Praxis beweisen.<\/p>\n<p>Immerhin aber orientiert sie sich viel st\u00e4rker am Pflegeaufwand der Patienten als die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung PpUGV und erm\u00f6glicht in den Augen ihrer Erfinder eine effektivere Planung der personellen Ressourcen.<\/p>\n<p>Ein Festhalten an der aktuellen Personalbemessung PpUGV wird weder neue Pflegekr\u00e4fte gewinnen noch die Patientenversorgung verbessern und auch die Krankenh\u00e4user weiterhin vor wirtschaftliche Herausforderungen stellen. Wer etwas daran \u00e4ndern m\u00f6chte, sollte also nicht an dem vielkritisierten System festhalten. Denn Stillstand bringt in der Regel niemanden weiter.<\/p>\n<h2>Jede Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege ist willkommen.<\/h2>\n<p>Fun fact: Zu den turbulenten Entwicklungen des letzten halben Jahres und insbesondere der letzten Wochen findet sich auf dem Webauftritt des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) &#8211; kein Wort.<\/p>\n<h2>Stillstand durch fehlende Entscheidungen<\/h2>\n<p>Das Tauziehen um die PPR 2.0 sorgt nicht nur in der Krankenhauspflege f\u00fcr Ratlosigkeit und Verwirrung. Es hemmt auch die Weiterentwicklung der f\u00fcr die Berechnung, \u00dcberwachung, Auswertung und Meldung der Personalschl\u00fcssel, Belegungs- und Besetzungsdaten erforderlichen Software. Denn bevor nicht feststeht, auf welchen Kennzahlen das neue Instrument basieren wird, bleibt auch unklar, welche Daten entsprechende Systeme eigentlich \u00fcberpr\u00fcfen sollen.<\/p>\n<p>Ich schreibe f\u00fcr Sie und freue mich sehr \u00fcber eine R\u00fcckmeldung zu diesem Artikel. Auch ein Kommentar ist jederzeit willkommen. Vielen Dank f\u00fcr Ihre Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00f6rdert die PPR 2.0 Doppelb\u00fcrokratie? Lediglich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) als dritter Initiator der PPR 2.0 sieht in dem Vorsto\u00df Bayerns, dem sich Hamburg und andere Bundesl\u00e4nder anschlossen, keine \u201eKraftprobe zwischen Bund und L\u00e4ndern\u201c, so Prof. Henriette Neumeyer, stellvertretende DKG-Vorstandsvorsitzende. 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